Leute, es ist soweit: Der Lurch wird sesshaft! Bisher war ich ja eher der digitale Nomade, aber für meine Experimente brauche ich ein echtes Hauptquartier. Etwas mit Wumms, einer festen Adresse und einer Oberfläche, bei der ich nicht jedes Mal Schweißausbrüche bekomme, wenn ich einen Container starten will.
Deswegen habe ich mir ein Stückchen Cloud bei Hetzner gemietet – sozusagen ein klimatisiertes Terrarium mit Highspeed-Anbindung. Und da ich ein Lurch von Welt bin, reicht mir keine IP-Adresse. Ich präsentiere stolz mein neues Spielzimmer: lurch-labs.net!
Damit das Ganze nicht in Arbeit ausartet (ich bin schließlich ein Lurch, kein Fließbandarbeiter), schaue ich mir Dokploy an. Das Ziel? Eine eigene Plattform, auf der ich meine Projekte so einfach ausrolle, wie ich in einen Tümpel hüpfe.
tl;dr: Der Plan für das Labor
- Die Basis: Ein flinker VPS im Hetzner-Rechenzentrum (Vorteil: Deutsche Wertarbeit für den deutschen Lurch).
- Die Adresse: Alles hört auf das Kommando von
lurch-labs.net. - Die Schaltzentrale: Dokploy – weil ich Docker liebe, aber meine Freizeit lieber mit Fliegenfangen als mit endlosen YAML-Wüsten verbringe.
- Der Status: Die DNS-Einträge sitzen, der Server schnurrt und die ersten Container scharren schon mit den Hufen (oder Flossen).
Fangen wir an!
Die Nameserver laufen nun auf Hetzner. Damit das möglich ist, muss zunächst in der Console eine neue Zone angelegt werden. Danach legen wir beim Registrar die Nameserver auf die folgenden:
- hydrogen.ns.hetzner.com.
- oxygen.ns.hetzner.com.
- helium.ns.hetzner.de.
Jetzt müssen wir ein Weilchen warten, bis das Internet die Nameserver bzw Domain kennt. In der Zwischenzeit legen wir bereits die A und AAAA Records auf die IP des neuen Servers:

Jetzt mal flott via SSH rauf auf den Server und die Installation von Dokploy starten: curl -sSL https://dokploy.com/install.sh | sh
Die Konsole meldet Erfolg und wir können unseren ersten Nutzer registrieren, der dann gleichzeitig der Admin sein wird:

Jetzt legen wir zunächst ein neues Projekt an:

Jetzt wäre es natürlich lurchig cool, wenn wir unsere eigene Domain verwenden könnten und diese, sowie weitere Sub-Domains automatisch mit einem SSL-Zertifikat versehen werden. Das geht in den Webserver-Einstellungen:

Jetzt wird Let’s Encrypt eventuell meckern und in meinem Fall liegt das an einem fehlenden Record. Also nochmal rein in die Hetzner Console und folgenden Eintrag angelegt:

Im Anschluss ist unser Panel nun verschlüsselt über die Domain erreichbar und wir können zum ausprobieren unseren ersten Container hochfahren. Zum Glück bietet Dokploy unzählige fertige Templates bzw Vorlagen dafür an. Zum testen entscheide ich mich mal für die echt tolle RSS-Feed-Verwaltung und Reader FreshRSS. Auswählen und bei Bedarf noch ein paar Einstellungen am Compose File vornehmen. Wenn alles passt: DEPLOY !

Soll natürlich über eine eigene sichere Domain erreichbar sein, was wir einfach noch nachholen:

uuuuuuuuund läuft!

Unsere erste App wurde deployed und es läuft alles einwandfrei. Ich werde dann an der Stelle mal einen lurchigen Mittagsschlaf einlegen und in Kürze von weiteren Experimenten berichten.
Ein wichtiger Hinweis aber noch: Ich habe euch hier in meinem lurchigen Tagebuch nur die Installation von Dokploy und eine erste Einrichtung gezeigt. Das bedeutet aber nicht, dass der Server damit fertig wäre. So ein Server hängt mehr oder weniger offen am Internet und muss natürlich abgesichert werden. Vermutlich mache ich dazu auch nochmal einen eigenen Post. Bis dato aber der ernst gemeinte Hinweis, dass Sicherheitsvorkehrungen absolut unverzichtbar sind! Bitte startet solche Projekte nur, wenn ihr euch sicher seid, dass ihr wisst was ihr tut.